Wichtige Versicherungen bei Existenzgründung

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Und ich finde diese Angebote.

Wichtige Versicherungen bei Existenzgründung
Roksana Aigner

Ihre Versicherungsmaklerin

Der erste Auftrag ist gewonnen, das Gewerbe angemeldet, die Investitionen sind getätigt. Genau in dieser Phase werden wichtige Versicherungen bei Existenzgründung oft auf später verschoben. Das ist verständlich, denn Budget und Zeit sind knapp. Ein Schadenfall wartet jedoch nicht, bis der Betrieb etabliert ist. Ein Beratungsfehler, ein Sturz eines Kunden oder ein Ausfall nach einem Wasserschaden kann gerade in den ersten Monaten zur erheblichen Belastung werden.

Die richtige Absicherung ist deshalb kein Produktpaket von der Stange. Sie richtet sich nach Ihrer Tätigkeit, Ihren Verträgen, Ihrem Umsatz, vorhandenen Rücklagen und den Risiken, die Sie allein nicht tragen können. Für eine IT-Dienstleisterin gelten andere Prioritäten als für einen Gastronomiebetrieb, einen Handwerksbetrieb oder einen Einzelhändler. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Polizzen abzuschließen, sondern die wesentlichen Risiken gezielt abzusichern.

Wichtige Versicherungen bei Existenzgründung richtig priorisieren

Am Anfang steht eine einfache, aber wirkungsvolle Frage: Was wäre finanziell die Folge, wenn morgen etwas schiefgeht? Dabei hilft es, Risiken in drei Gruppen zu teilen. Erstens Schäden, die Sie Dritten zufügen können. Zweitens Schäden am eigenen Betrieb und dessen Einrichtung. Drittens Ausfälle, bei denen Umsätze wegbrechen, während laufende Kosten weiterlaufen.

Prüfen Sie außerdem Ihre Verträge. Manche Auftraggeber verlangen einen bestimmten Haftpflichtschutz oder eine Mindestversicherungssumme. In bestimmten Berufen können zudem gesetzliche oder standesrechtliche Vorgaben gelten. Verlassen Sie sich hier nicht auf allgemeine Aussagen: Ob und in welchem Umfang eine Versicherung verpflichtend ist, hängt in Österreich vom Gewerbe, der beruflichen Tätigkeit und den konkreten Rahmenbedingungen ab.

Eine gute Reihenfolge für die Entscheidung lautet: Risiken mit existenzbedrohender Schadenhöhe zuerst, danach Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Erst dann folgt die Absicherung von Komfort- und Zusatzleistungen. So bleibt das Budget dort eingesetzt, wo es im Ernstfall wirklich schützt.

Haftpflicht: Schutz, wenn Ihr Betrieb Schaden verursacht

Die Betriebshaftpflichtversicherung gehört für viele Selbstständige und Unternehmen zur grundlegenden Absicherung. Sie greift, wenn durch Ihre betriebliche Tätigkeit Personen verletzt werden oder fremdes Eigentum beschädigt wird. Fällt etwa bei Montagearbeiten ein Werkzeug auf ein abgestelltes Fahrzeug oder verletzt sich ein Kunde in Ihren Geschäftsräumen, können hohe Forderungen entstehen. Die Versicherung prüft den Anspruch, wehrt unberechtigte Forderungen ab und leistet bei berechtigten Ansprüchen im vereinbarten Umfang.

Für beratende, planende oder digitale Berufe reicht eine klassische Betriebshaftpflicht oft nicht aus. Wer etwa als Unternehmensberater, IT-Dienstleister, Architektin, Buchhalter oder Kreativagentur arbeitet, kann durch einen Fehler einen reinen Vermögensschaden verursachen. Ein falscher Rat, eine fehlerhafte Programmierung oder eine verpasste Frist kann beim Kunden finanzielle Nachteile auslösen, ohne dass jemand körperlich verletzt wurde oder etwas beschädigt ist.

Hier kommt je nach Tätigkeit eine Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht in Betracht. Die genaue Abgrenzung ist wesentlich: Nicht jede Police deckt jeden beruflichen Fehler, jede Subunternehmerleistung oder jede Tätigkeit im Ausland. Die Tätigkeit sollte daher präzise beschrieben werden. Wer sein Leistungsangebot erweitert, sollte den Vertrag rechtzeitig anpassen lassen.

Betriebsinventar und Betriebsunterbrechung gemeinsam denken

Computer, Maschinen, Warenlager, Werkzeuge, Einrichtung und technische Geräte sind häufig die Grundlage der täglichen Arbeit. Eine Sachversicherung für den Betrieb kann Schäden durch Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl oder Vandalismus abdecken – abhängig vom vereinbarten Vertrag und den gewählten Bausteinen.

Besonders wichtig ist die richtige Versicherungssumme. Wer den Wert seines Inventars zu niedrig ansetzt, riskiert im Schadenfall eine Unterversicherung. Dann kann die Leistung anteilig gekürzt werden. Auch neu angeschaffte Geräte, Lagerbestände und saisonale Schwankungen sollten regelmäßig berücksichtigt werden.

Der Sachschaden ist allerdings oft nur die erste Rechnung. Kann ein Betrieb nach einem Brand oder größeren Wasserschaden vorübergehend nicht arbeiten, laufen Miete, Löhne, Leasingraten und andere Fixkosten weiter. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung kann diese wirtschaftliche Lücke abfedern. Sie ist besonders relevant, wenn Sie auf einen Standort, eine Werkstatt, spezielle Maschinen oder ein Lager angewiesen sind.

Für Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer stellt sich zusätzlich die Frage, was passiert, wenn die eigene Arbeitskraft ausfällt. Je stärker der Umsatz an Ihrer persönlichen Leistung hängt, desto wichtiger wird eine sorgfältige Vorsorgeplanung. Die Absicherung sollte mit bestehenden Leistungen aus der Sozialversicherung und privaten Möglichkeiten abgestimmt werden, statt diese Themen getrennt zu betrachten.

Rechtsschutz: Streit nicht aus dem Budget finanzieren

Ein Konflikt mit einem Kunden, Vermieter, Lieferanten oder Mitarbeitenden kostet nicht nur Nerven. Anwaltskosten, Gutachten, Gerichtsgebühren und die Kosten eines Verfahrens können rasch steigen. Eine Firmenrechtsschutzversicherung kann je nach Umfang bei rechtlichen Auseinandersetzungen unterstützen und den Zugang zu rechtlicher Vertretung erleichtern.

Entscheidend sind die versicherten Bereiche. Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Strafrechtsschutz oder die Geltendmachung offener Forderungen sind nicht automatisch in jeder Lösung gleich geregelt. Ebenso spielen Wartezeiten, Selbstbehalte und Ausschlüsse eine Rolle. Eine Versicherung ist kein Ersatz für saubere Angebote, dokumentierte Absprachen und ein professionelles Forderungsmanagement. Sie kann aber verhindern, dass berechtigte Ansprüche aus Kostengründen nicht verfolgt werden.

Cyberversicherung: Nicht nur ein Thema für große Unternehmen

Rechnungen werden per E-Mail verschickt, Kundendaten digital gespeichert, Termine über Cloud-Dienste verwaltet. Damit kann selbst ein Ein-Personen-Unternehmen von Phishing, Schadsoftware, Datenverlust oder einem gehackten E-Mail-Konto betroffen sein. Der Schaden entsteht nicht nur durch einen möglichen Datenabfluss. Auch Betriebsstillstand, IT-Forensik, Wiederherstellung von Daten und die Kommunikation mit Betroffenen verursachen Kosten.

Eine Cyberversicherung kann – abhängig vom Vertrag – sowohl Soforthilfe als auch bestimmte finanzielle Folgen eines Cybervorfalls abdecken. Sie ersetzt jedoch keine Sicherheitsmaßnahmen. Mehr-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Datensicherungen, aktuelle Software und klare Zugriffsrechte sind die erste Verteidigung. Wer Zahlungsanweisungen oder sensible Kundendaten digital verarbeitet, sollte Cyberrisiken früh in die Bedarfsanalyse aufnehmen.

Persönliche Absicherung nicht nebenbei behandeln

Bei einer Existenzgründung steht verständlicherweise der Betrieb im Mittelpunkt. Doch wenn Sie selbst krank werden oder nach einem Unfall längere Zeit nicht arbeiten können, betrifft das unmittelbar auch Ihr Unternehmen. Die gesetzliche Absicherung über die Sozialversicherung ist ein wichtiger Baustein, deckt aber nicht automatisch jede Einkommenslücke oder jede gewünschte Gesundheitsleistung ab.

Je nach persönlicher Situation können private Krankenversicherung, Unfallversicherung, Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsvorsorge sinnvoll sein. Die passende Lösung hängt etwa von Familienverantwortung, Krediten, laufenden Fixkosten, beruflicher Tätigkeit und verfügbaren Rücklagen ab. Eine Unternehmerin mit mehreren Mitarbeitenden und stabilen Reserven setzt möglicherweise andere Schwerpunkte als ein Einzelunternehmer, dessen Einkommen vollständig von der eigenen Arbeitsleistung abhängt.

Auch die Vorsorge für später verdient Aufmerksamkeit. Wer selbstständig ist, sollte langfristig planen und mögliche Bausteine für Altersvorsorge sowie Absicherung von Hinterbliebenen frühzeitig prüfen. Kleine, realistisch budgetierte Schritte sind meist nachhaltiger als ein umfangreiches Konzept, das nach wenigen Monaten wieder gekündigt werden muss.

Weitere Versicherungen je nach Geschäftsmodell

Einige Risiken ergeben sich erst aus dem konkreten Betriebsmodell. Für diese Fälle können zusätzliche Lösungen sinnvoll sein:

  • Eine Kfz-Versicherung mit passender Nutzung, wenn Fahrzeuge für Lieferungen, Kundenbesuche oder Transporte eingesetzt werden.
  • Eine Transportversicherung, wenn Waren mit hohem Wert versendet, befördert oder zwischengelagert werden.
  • Eine D&O-Versicherung für Geschäftsführerinnen, Geschäftsführer und Leitungsorgane, wenn persönliche Haftungsrisiken aus Managemententscheidungen bestehen.
  • Eine Vertrauensschadenversicherung, wenn Mitarbeitende Zugriff auf Geldflüsse, Waren oder sensible Daten haben.

Nicht jede dieser Versicherungen ist für einen neuen Betrieb sofort notwendig. Wer jedoch etwa einen Onlineshop aufbaut, ein Team beschäftigt oder teure Waren bewegt, sollte die jeweiligen Risiken nicht mit einer Standard-Betriebspolizze als erledigt betrachten.

So entsteht eine Absicherung, die mit dem Betrieb mitwächst

Versicherungsschutz sollte bei der Gründung nicht als einmalige Checkliste verstanden werden. Umsatz, Personalstand, neue Geschäftsfelder, größere Aufträge und Investitionen verändern auch das Risiko. Ein Vertrag, der im ersten Jahr passend war, kann nach zwei Jahren zu geringe Summen enthalten oder neue Tätigkeiten nicht abbilden.

Sinnvoll ist deshalb eine strukturierte Bestandsaufnahme: Welche Leistungen bieten Sie an? Welche Sachen und Daten sind kritisch? Welche Verträge verpflichten Sie gegenüber Kunden? Welche Kosten laufen bei einem Ausfall weiter? Und welche Schäden könnten Ihre Rücklagen übersteigen? Auf dieser Basis lassen sich Angebote transparent vergleichen – nicht nur nach Prämie, sondern auch nach Deckung, Selbstbehalt, Ausschlüssen und Service im Schadenfall.

Ein unabhängiger Makler wie Versicherungsservice Maghsudi kann dabei den Marktvergleich und die laufende Anpassung übernehmen. Gerade bei einer Gründung ist ein persönlicher Ansprechpartner wertvoll, der Risiken verständlich einordnet und die Absicherung an Ihr verfügbares Budget anpasst.

Der beste Zeitpunkt für die ersten Entscheidungen ist vor dem ersten größeren Auftrag. Nicht weil jede denkbare Gefahr versichert werden muss, sondern weil ein klarer Plan Ihnen erlaubt, Ihr Unternehmen mit mehr Sicherheit aufzubauen – und bei Wachstum rechtzeitig nachzuschärfen.

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