Kfz-Versicherung Selbstbehalt einfach erklärt

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Kfz-Versicherung Selbstbehalt einfach erklärt
Roksana Aigner

Ihre Versicherungsmaklerin

Ein Parkschaden beim Supermarkt, ein Steinschlag auf der Windschutzscheibe oder eine selbst verursachte Kollision: Spätestens dann stellt sich die Frage, was von der Reparaturrechnung selbst zu bezahlen ist. Den Selbstbehalt der Kfz-Versicherung zu erklären, heißt vor allem eines: Er ist kein versteckter Aufpreis im Schadenfall, sondern ein Betrag, den Sie bei versicherten Schäden bewusst selbst tragen.

Für viele Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter in Österreich entscheidet die Höhe des Selbstbehalts darüber, ob eine Kaskoversicherung leistbar bleibt und wie gut sie im Ernstfall zum eigenen Budget passt. Die günstigste Prämie ist daher nicht automatisch die beste Lösung. Entscheidend ist, ob Sie den vereinbarten Eigenanteil auch kurzfristig tragen können.

Was bedeutet Selbstbehalt bei der Kfz-Versicherung?

Der Selbstbehalt ist jener Teil eines versicherten Schadens, den Sie selbst bezahlen. Die Versicherung übernimmt den darüberliegenden Betrag im Rahmen des Vertrags und unter Berücksichtigung der vereinbarten Leistungen.

Ein Beispiel: Nach einem selbst verursachten Unfall belaufen sich die Reparaturkosten Ihres kaskoversicherten Autos auf 3.000 Euro. Ihr Vertrag sieht einen Selbstbehalt von 500 Euro vor. Sie tragen 500 Euro, die Kaskoversicherung übernimmt 2.500 Euro. Beträgt der Schaden hingegen nur 350 Euro, bleibt die gesamte Rechnung bei Ihnen, weil sie unter dem Selbstbehalt liegt.

Der Selbstbehalt gilt in der Regel pro Schadenfall, nicht einmal jährlich. Wer innerhalb eines Jahres zwei getrennte Kaskoschäden meldet, muss den vereinbarten Betrag daher üblicherweise zweimal leisten. Ob mehrere Beschädigungen als ein oder mehrere Schadenfälle gelten, hängt vom konkreten Ereignis und den Vertragsbedingungen ab.

Kfz-Versicherung Selbstbehalt erklären: Haftpflicht und Kasko unterscheiden

Beim Thema Selbstbehalt ist die Versicherungsart entscheidend. Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlt Schäden, die Sie mit Ihrem Fahrzeug anderen zufügen – etwa an fremden Autos, Personen oder Sachen. Ein klassischer Selbstbehalt ist dort in Österreich normalerweise nicht vorgesehen. Für den Schaden am eigenen Fahrzeug leistet die Haftpflicht nicht.

Der Selbstbehalt spielt vor allem bei der Kaskoversicherung eine Rolle. Sie kann Schäden am eigenen Fahrzeug abdecken, abhängig davon, ob es sich um Teilkasko oder Vollkasko handelt.

Teilkasko: Schutz für ausgewählte Risiken

Eine Teilkasko deckt je nach Tarif beispielsweise Glasbruch, Diebstahl, Sturm, Hagel, Brand, Wildschäden oder Schäden durch Naturereignisse. Gerade bei Glasreparaturen gelten oft besondere Regelungen. Manche Verträge sehen bei einer Reparatur der Windschutzscheibe einen geringeren oder gar keinen Selbstbehalt vor, während beim Austausch der Scheibe der volle Betrag anfällt. Wer viel auf Schnellstraßen und Autobahnen unterwegs ist, sollte diesen Punkt genau ansehen.

Vollkasko: Auch bei selbst verschuldeten Schäden

Die Vollkasko erweitert den Schutz meist um selbst verursachte Unfälle, Parkschäden, Vandalismus und Schäden durch unbekannte Dritte. Hier ist der Selbstbehalt besonders relevant, weil Reparaturen an modernen Fahrzeugen rasch teuer werden. Sensoren, Kameras, LED-Scheinwerfer und Assistenzsysteme erhöhen nach einem scheinbar kleinen Schaden oft den Reparaturaufwand.

Nicht jede Vollkasko deckt jeden denkbaren Fall gleich ab. Manche Leistungen, etwa grobe Fahrlässigkeit, bestimmte Sonderausstattungen oder Schäden im Ausland, können Einschränkungen haben. Der Selbstbehalt ist deshalb immer gemeinsam mit dem Leistungsumfang zu beurteilen.

Wie beeinflusst der Selbstbehalt die Prämie?

Grundsätzlich gilt: Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger kann die Versicherungsprämie ausfallen. Denn Sie übernehmen im Schadenfall einen größeren Teil des Risikos. Ein niedriger oder fehlender Selbstbehalt führt meist zu einer höheren laufenden Prämie.

Diese Rechnung ist aber individuell. Wer sein Fahrzeug täglich in Wien nutzt, regelmäßig in engen Garagen parkt oder viele Kilometer fährt, hat andere Risiken als jemand, der das Auto überwiegend am Wochenende verwendet und auf einem privaten Stellplatz abstellt. Auch Fahrzeugwert, Reparaturkosten, Fahrpraxis, Wohnort und die Art der Nutzung spielen eine Rolle.

Ein hoher Selbstbehalt kann sinnvoll sein, wenn Sie ausreichend finanzielle Reserven haben und kleinere Schäden bewusst selbst tragen möchten. Ein niedriger Selbstbehalt kann besser passen, wenn eine unerwartete Rechnung von beispielsweise 1.000 Euro Ihr Monatsbudget stark belasten würde. Es geht nicht darum, möglichst wenig Prämie zu zahlen, sondern Kosten im Alltag und Schutz im Schadenfall in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen.

Welche Selbstbehalt-Höhe passt zu Ihnen?

Eine pauschale Empfehlung wäre unseriös. Für einen wertvollen Neuwagen, ein Leasingfahrzeug oder ein Auto mit hoher jährlicher Fahrleistung kann ein niedrigerer Selbstbehalt sinnvoll sein. Bei einem älteren Fahrzeug mit überschaubarem Marktwert kann eine hohe Selbstbeteiligung – oder auch der Verzicht auf bestimmte Kaskobausteine – wirtschaftlicher sein.

Stellen Sie sich vor der Entscheidung drei konkrete Fragen: Welchen Betrag kann ich jederzeit bezahlen? Wie wahrscheinlich sind Schäden aufgrund meiner Nutzung? Und wie hoch ist die Prämienersparnis wirklich, wenn ich den Selbstbehalt erhöhe?

Ein Unterschied von wenigen Euro pro Monat rechtfertigt nicht immer einen deutlich höheren Eigenanteil im Schadenfall. Sparen Sie etwa 80 Euro Prämie im Jahr, steigt der Selbstbehalt dafür aber von 300 auf 1.000 Euro, tragen Sie im Ernstfall 700 Euro mehr. Das kann eine bewusste Entscheidung sein – sollte aber nicht zufällig passieren.

Zwei praktische Rechenbeispiele

Bei einem Schaden von 1.800 Euro und einem Selbstbehalt von 300 Euro übernimmt die Versicherung 1.500 Euro. Mit einem Selbstbehalt von 800 Euro wären es nur 1.000 Euro. Die Differenz zahlen Sie selbst, unabhängig davon, ob die höhere Selbstbeteiligung Ihre Jahresprämie zuvor etwas reduziert hat.

Anders sieht es bei einem kleinen Kratzer mit Reparaturkosten von 450 Euro aus. Bei 500 Euro Selbstbehalt besteht kein Zahlungsanspruch aus der Kasko. In dieser Situation kann es vernünftig sein, die Reparatur selbst zu zahlen. Das bedeutet aber nicht, Schäden grundsätzlich nicht zu melden: Bei unklarer Ursache, möglichen Folgeschäden oder Schäden mit Beteiligung anderer Personen ist eine rasche Information an die Versicherung wichtig.

Auf diese Vertragsdetails sollten Sie achten

Der genannte Eurobetrag allein reicht für einen Vergleich nicht aus. Prüfen Sie, für welche Schadenarten der Selbstbehalt gilt und ob es abweichende Regelungen gibt. Besonders relevant sind Glasbruch, Parkschäden, Naturereignisse, Diebstahl, Vandalismus und Schäden im Ausland.

Achten Sie auch darauf, ob ein fixer Betrag oder ein prozentueller Selbstbehalt vereinbart ist. Ein Prozentsatz kann bei einem teuren Schaden deutlich stärker ins Gewicht fallen als zunächst erwartet. Bei Leasing- und finanzierten Fahrzeugen geben Leasinggeber oder Banken teilweise Mindestanforderungen an die Kaskodeckung vor. Diese Vorgaben sollten vor Vertragsabschluss mitberücksichtigt werden.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf Werkstattbindung, Neuwert- oder Zeitwertersatz, Abschleppleistungen und die Absicherung von Sonderausstattung. Eine sehr niedrige Prämie kann weniger attraktiv sein, wenn wichtige Leistungen fehlen oder im Schadenfall Einschränkungen gelten.

Selbstbehalt später ändern: Wann es sinnvoll ist

Ein Kfz-Vertrag sollte nicht jahrelang unverändert bleiben, nur weil das Fahrzeug noch dasselbe ist. Ein Umzug, ein neuer Arbeitsplatz mit längerer Pendelstrecke, ein Wechsel vom Garagenplatz zum Straßenparken oder ein verändertes Haushaltsbudget können eine Anpassung sinnvoll machen. Auch nach Ablauf eines Leasings, bei sinkendem Fahrzeugwert oder vor dem Kauf eines anderen Autos lohnt sich eine Überprüfung.

Bei Versicherungsservice Maghsudi steht dabei nicht nur ein Tarif im Mittelpunkt, sondern Ihre tatsächliche Situation. Ein unabhängiger Vergleich kann zeigen, ob der bestehende Selbstbehalt noch zu Fahrzeug, Nutzung und Budget passt oder ob sich eine andere Kombination aus Prämie und Leistung besser rechnet.

Nehmen Sie sich vor dem Abschluss oder einer Vertragsänderung kurz Zeit für die konkrete Schadenfrage: Welchen Betrag möchte und kann ich im Ernstfall selbst übernehmen? Wenn diese Antwort klar ist, wird der Selbstbehalt von einer abstrakten Klausel zu einer Entscheidung, mit der Sie im Alltag gut leben können.

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